Rolle rückwärts mit dem kölschen Außenminister

Jetzt soll sie also doch kommen, die Ausstellung Breaking the Silence von ehemaligen Soldaten der israelischen Streitkräfte IDF. Gestern noch hieß es, Oberbürgermeister Jürgen Roters habe die in den Räumen der Volkshochschule geplante Ausstellung abgesagt, musste man heute erfahren, dass es einen neuen Anlauf zur Ausstellung im kommenden Jahr geben soll.

Damit hat sich der „kölsche Außenminister“ Frieder Wolf, der das Zeigen der Ausstellung in Köln initiierte, sich anscheinend – mit maßgeblicher Unterstützung des Kölner Stadt-Anzeigers in Person von Joachim Frank und führenden Kölner Grünen wie Brigitta von Bülow, Berivan Aymaz oder Arndt Klocke – durchgesetzt und die Ausstellung kurzerhand auf die Zeit nach der Oberbürgermeisterwahl verschoben, so dass man sich dann mit Roters nicht mehr herum ärgern muss.

Was der Mehrwert des Zeigens dieser Ausstellung in Köln ist, bleibt dabei nach wie vor offen. Die Demonstration, dass es sich bei Israel um einen demokratischen Staat und eine meinungspluralistische Gesellschaft handelt, wie man es gerade von Seiten der Grünen hört? Das ist in Köln den einen bekannt und den anderen wird man es kaum mit Vorwürfen von nicht überprüfbarem Fehlverhalten israelischer Soldaten aus anonymen Quellen vermitteln können. Allein die Vorstellung ist absurd! Nein, in Israel ist die Ausstellung natürlich ein Punkt in einer pluralen gesellschaftlichen Debatte und demnach vollkommen legitim, in Köln jedoch gibt es diese plurale Debatte nicht. Hier herrscht bereits die absolute Meinungsmajorität, dass Israel der Aggressor im anhaltenden Konflikt sei.

So bleibt es dabei, dass Frieder Wolf seine Hand schützend über diejenigen hält und diejenigen fördert, die Israel in Köln dämonisieren, delegitimieren und an doppelten Standards messen. Wer sich dem Antisemitismus in Köln entgegenstellt, dem wird sich auch Wolf entgegenstellen, wie er es in der Vergangenheit bereits getan hat. Die Ankündigung, die Ausstellung in einen breiteren Kontext zu stellen, wird daher nichts als ein Feigenblatt bleiben. Vielleicht meint er damit auch einfach nur eine Eröffnungsrede von Walter Herrmann bei der Vernissage.

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2 Gedanken zu „Rolle rückwärts mit dem kölschen Außenminister

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